„AktiF“ in die berufliche Zukunft

Sozialpädagogin Angelina Eichmann von der CompetenzWerkstatt Beruf (links) steht Patience O. tatkräftig zur Seite und berät sie bei der Entwicklung einer beruflichen Perspektive.

Sozialpädagogin Angelina Eichmann von der CompetenzWerkstatt Beruf (links) steht Patience O. tatkräftig zur Seite und berät sie bei der Entwicklung einer beruflichen Perspektive.

Jobcenter Lippe unterstützt Geflüchtete

Kreis Lippe. Das Jobcenter Lippe nutzt verstärkt spezielle Maßnahmen zur Integration, um anerkannten Flüchtlingen Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu eröffnen und auch Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Unter anderem setzt das Jobcenter Lippe dazu in Kooperation mit den Trägern CompetenzWerkstatt Beruf gGmbH und Nestor Bildungsinstitut GmbH die Maßnahme „AktiF“ um. Derzeit nehmen im Kreis Lippe 100 Menschen aus verschiedenen nicht-europäischen Herkunftsländern daran teil. Schulungsort in Detmold ist das ehemalige Sinalco-Gebäude an der Bahnhofstraße.

Eine aus diesem Kreis ist Patience O. Sie kam vor rund drei Jahren aus einem afrikanischen Staat nach Deutschland und ist seit September vergangenen Jahres AktiF-Teilnehmerin. Die alleinerziehende Mutter ist hoch motiviert, kann sich schon gut verständigen und hat während der Maßnahme bereits ein zweiwöchiges Praktikum in der Altenpflege absolviert. Birgit Thole-Westphal, Projektleiterin „AktiF“ von der CompetenzWerkstatt Beruf hält es für durchaus realistisch, dass die junge Frau später einmal in diesem Berufsfeld, etwa als Betreuungsassistentin, tätig werden kann. „Dazu muss Frau O. allerdings erst das Sprachniveau B1 erreichen und auch ihr Schulabschluss aus der Heimat muss von den deutschen Behörden anerkannt werden“, so Thole-Westphal. Unterstützt wird die junge Frau dabei von Sozialpädagogin Angelina Eichmann, die ihr bei der beruflichen Orientierung oder Behördengängen hilft.

„Die einjährige Maßnahme AktiF besteht aus vier Modulen und dient  der groben beruflichen Orientierung“, erklärt Jörg Prybylski-Heumann, Maßnahmekoordinator vom Jobcenter Lippe. Zunächst werden die schulische oder berufliche Qualifikation sowie der Sprachkenntnisstand der geflüchteten Menschen geklärt. Anschließend wird durch ein persönliches Profiling versucht herauszufinden, welche beruflichen Vorstellungen die Teilnehmenden haben. In einem dritten Modul können sich die Geflüchteten unter fachlicher Anleitung in vier verschiedenen Gewerken ausprobieren. Angeboten werden Tätigkeiten im handwerklich-technischen Bereich oder im Dienstleistungssektor.

„Während der Maßnahme besteht für die Teilnehmenden die Möglichkeit, ein Praktikum in einem lippischen Unternehmen zu absolvieren“, betont Prybylski-Heumann. Neben der praktischen Arbeit in Werkstatt oder Betrieb finden begleitende Sprachtrainings, Unterricht zu „Leben und Kultur in Deutschland“ sowie eine intensive sozialpädagogische Betreuung statt. Nach Abschluss erhalten die Teilnehmenden im vierten Modul eine Empfehlung des Bildungsträgers wie es für sie beruflich weitergehen kann.