Thema Reformation

Die Kuratoren arbeiten mit Hochdruck an ihren jeweiligen Reformations-Ausstellungen (von links nach rechts): Jürgen Scheffler vom Museum Hexenbürgermeisterhaus Lemgo, PD Dr. Heiner Borggrefe vom Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo und Julia Schafmeister vom Lippischen Landesmuseum Detmold

Die Kuratoren arbeiten mit Hochdruck an ihren jeweiligen Reformations-Ausstellungen (von links nach rechts): Jürgen Scheffler vom Museum Hexenbürgermeisterhaus Lemgo, PD Dr. Heiner Borggrefe vom Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo und Julia Schafmeister vom Lippischen Landesmuseum Detmold

Drei bemerkenswerte Ausstellungen in Lemgo und Detmold –

Lemgo/Detmold. Gleich drei bemerkenswerte Ausstellungen locken nach den Sommerferien ins Lipperland. Ob im frisch wiedereröffneten Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo, im Lippischen Landesmuseum Detmold oder im Hexenbürgermeisterhaus in Lemgo – passend zum Lutherjahr 2017 dreht sich in den drei Häusern alles um das spannende Thema Reformation. Erstmals treten die Museen Seite an Seite im Verbund auf, gehen inhaltlich Hand in Hand, sind gemeinsam stark. Wer alle drei Ausstellungen besucht, bekommt somit einen umfassenden Einblick in die Thematik Reformation und ihre Auswirkungen im Weserraum, in der Grafschaft Lippe und der Stadt Lemgo.
Vor 500 Jahren waren die 95 Thesen Martin Luthers der Auslöser für eine Bewegung, die die Welt ins Wanken brachte. Aber warum beschäftigen sich die hiesigen Museen mit dem Thema, obwohl Luther selbst nie einen Fuß ins Lipperland setzte? Im Weserraum fasste die Reformation früh Fuß, Landgraf Philipp von Hessen führte die neue Konfession bereits Mitte der 1520 Jahre ein und setzte damit den Maßstab für die Reformation in Norddeutschland. Die Grafschaft Lippe nahm einen besonderen Weg: Wenige Jahrzehnte nach der Einführung des Luthertums ereignete sich ein erneuter konfessioneller Wandel. Unter Graf Simon VI. wurde Lippe evangelisch-reformiert, allein die Stadt Lemgo blieb lutherisch. Diese religiösen Umbrüche brachten große Veränderungen für die Gläubigen des 16. und 17. Jahrhunderts mit sich und wirken sich bis heute in Lippe aus.
Das Thema Reformation ist somit derart ergiebig, dass sich die drei Museen regional und inhaltlich unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt haben. „Mach’s Maul auf“ lautet der provokante Ausstellungstitel im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo. Vom 3. September bis 7. Januar beschäftigt sie sich mit der Reformation im Weserraum. Die Ausstellung des Lippischen Landesmuseums Detmold mit dem Titel „Machtwort!“ befasst sich in demselben Zeitraum mit der Reformation in Lippe und geht der Frage nach, welche Auswirkungen die Konfessionalisierung auf das Leben in einem kleinen Territorium hatte und wie die Menschen vor Ort auf die bahnbrechenden Umbrüche reagierten. Die Ausstellung „Glaube, Recht & Freiheit“ im Museum Hexenbürgermeisterhaus beschäftigt sich nicht nur mit der Durchsetzung der Reformation in Lemgo, sondern auch mit den Wirkungen des sogenannten Röhrentruper Rezesses (1617). Bis ins 19. Jahrhundert regelte er das Zusammenleben von Lutheranern und Reformierten in Lemgo und Lippe. Die Ausstellung ist vom 27. August bis zum 7. Januar zu sehen.